Uni-Besetzungen dehnen sich auch auf Jena aus.

Im Rahmen der aktuellen Universitätsbesetzungsbewegung wurden gestern auch zwei zentrale Hörsäle in der Uni Jena besetzt. Die marxistische Hochschulgruppe revolta – antikapitalistische linke hat dazu eine kleine Stellungnahme veröffentlicht:

Quelle: http://anticapitalista.blogsport.de/2009/11/17/jena-ist-besetzt/

Stellungnahme der Hochschulgruppe „revolta – antikapitalistische linke“

Im Anschluss an die heutige Bildungsstreikdemo wurden die Hörsäle 4 und 5 im CZS3 von den Protestierenden besetzt. Eine Räumungsgefahr besteht zumindest vorerst nicht, da die Unileitung verlauten ließ, sie würde die Besetzung momentan dulden.

Noch ist nicht abzusehen, wie sich die Besetzung entwickelt, welche Perspektiven sich aus ihr ergeben werden und welcher Erfolg ihr beschieden sein wird. Es gab heute auch schon einige Debatten darüber, ob vor allem „kleine Dinge“ angestrebt werden sollen (wie z.B. die Möglichkeit Getränke mit in die Bibliothek zu nehmen) oder ob aus den vielen Forderungen nach einem gerechten und offenen Bildungssystem eine gesamtgesellschaftliche, antikapitalistische Perspektive abgeleitet werden muss. Zu einer Einigung kam es allerdings, wie zu erwarten war, nicht.

Wir können an dieser Stelle nur sagen: Kommt vorbei, schaut euch an was vor sich geht und setzt euch zusammen mit uns und anderen linken AktivistInnen dafür ein, dass die Besetzung über den Tellerrand hinausblickt, dass sie sich selbst als nur einer der vielen der sozialen Kämpfe begreift, die momentan weltweit gegen die Auswirkungen der kapitalistischen Krise geführt werden.

Wir haben gerade im letzten Bildungsstreik gelernt, dass es nicht reicht, sich nur auf minimale Forderungen zu beschränken und die Universität wie einen Elfenbeinturm im gesellschaftlichen Vakuum zu behandeln. Wir haben gelernt, dass wir zusammen mit den ArbeiterInnen, den Angestellten, den SchülerInnen und den sozialen Bewegungen Proteste und Widerstand organisieren müssen, gegen ein durch und durch überholtes und abgewirtschaftetes Wirtschafts- und Gesellschaftssystem. Wir haben gelernt, dass die Bildungskämpfe nicht im luftleeren Raum entstehen, sondern dass sie nichts anderes als der Fortsatz der Klassenkämpfe sind, die wir mittlerweile tagtäglich in Betrieben und auf der Straße, überall auf der Welt beobachten können.

Wer wirklich das Ziel hat ganz konkrete Verbesserungen im Bildungssektor zu erkämpfen, der muss auch bereit sein die sozialen Ursachen zu benennen, denen all diese Probleme entspringen, und gegen sie vorzugehen.


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